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Melissa im Wunderland! –äh - Alice im Wunderland

 

Karin Kestner 30.04.2015

Bildquelle und weitere Infos: Augsburger Allgemeine.

Was ist eigentlich aus der gehörlosen Melissa geworden, die so lange um einen Platz in der Regelschule in Bayern hat kämpfen müssen?

copyright: Augsburger Allgemeine Copyright: Augsburger Allgemeine

 

Wir erinnern uns, Melissas Eltern waren vor Gericht, um die Kosten für Gebärdensprachdolmetscherinnen zu erstreiten. Sozial- und Landessozialgericht in Bayern meinten damals in ihren Beschlüssen,  Melissa wäre besser in der Förderschule aufgehoben.

Zitat: „Eine Regelschule mit Gebärdensprachdolmetscher allein kann aber für die gehörlosen Kinder nicht in gleichem Maße wie die Förderschule sicherstellen, dass sie das Ziel der Teilhabe an der Gesellschaft erreichen.“

Die Eltern gaben nicht auf. Es wurde eine vergleichende Untersuchung zwischen Förder – und Regelschule (bezahlt vom Kultus- und Sozialministerium) in Auftrag gegeben. Ergebnis: Die Kinder lernen sehr gut in der Regelschule. Die Kosten für Dolmetscher wurden in einem gerichtlichen Vergleich zugesichert und auch gezahlt. Zuerst von den beiden Ministerien, dann vom richtigen Leistungsträger, dem Bezirk Schwaben.

Wie sieht es denn nun mit Melissas Bildung und der Teilhabe aus? Melissa wird ab Sommer in ein Gymnasium gehen. Sie hat den Durchschnitt, den man in Bayern haben muss, um auf ein Gymnasium gehen zu dürfen, locker erreicht. Und wie sieht es mit der Integration und mit dem sozialen Miteinander in der „hörenden Welt“ aus? Melissa spielt in ihrer Freizeit mit 13 anderen hörenden Kindern und Jugendlichen Theater. Sie hat Bildung erworben und ist sozial und kulturell integriert. Dazu möchte ich folgende Links empfehlen: Südwestpresse, Fotos: Theater Ulm.

All das hätte Melissa nicht erreichen können, wäre sie nicht auf die Regelschule vor Ort gegangen. Sie hätte 4 Stunden pro Tag im Bus gesessen, hätte keine Freunde in der Umgebung gefunden, hätte keine Zeit Theater zu spielen! All dies war möglich, durch eine aufnehmende Regelgrundschule, weil Eltern gekämpft haben und es engagierte Dolmetscherinnen gibt, die sich weiterbilden und sich für Melissa eingesetzt haben.

Heute gehen schon weit über 40 Schülerinnen in Regelschulen mit Dolmetschern, davon 7 Kinder in Bayern. Drei Kinder der 40 Kinder in Deutschland gehen schon auf ein Gymnasium, die anderen sind noch in der Grundschule. Die Bemerkungen der Gerichte in Bayern werden schon vielfach widerlegt. Gebärdensprache ist der Schlüssel zur Bildung gehörloser Kinder. Gehörlose Kinder mit Dolmetschern in der Regelschule zu unterrichten,  ist in kurzer Zeit schon eine Erfolgsstory geworden.

 

 

 
 
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