Der diesjährige Tag der Gehörlosen (immer der letzte Sonntag im September – diesmal also 30.09.2007) wird bundesweit unter das Motto „Gebärde mit mir!“ gestellt. Ziel des Mottos, der Aktionen und Diskussionen ist es, der Öffentlichkeit nahe zu bringen, dass Kinder, ob gehörlos oder schwerhörig, nicht nur um Gebärdenbrache bitten, sondern sie in allen Bereichen – besonders auch in der Schule - einfordern.
In Gesetzen wird leider nur immer der Anspruch auf Gebärdensprache oder Gebärdensprachdolmetscher für Erwachsene definiert, ein Anspruch auch in Gebärdensprache gebildet, also unterrichtet, zu werden, besteht weder in der Frühförderung noch in den Gehörlosen- und Schwerhörigenschulen.
Wenn Kindern nicht frühstmöglich die Chance auf eine vollwertige Sprache, die Gebärdensprache, gegeben wird, ist es für die zukünftigen erwachsenen Gehörlosen auch nicht möglich einen Dolmetscher zu nutzen. Oft erlebe ich als Gebärdensprachdolmetscherin, dass gehörlose Jugendliche oder Erwachsene der Gebärdensprache nicht mächtig sind. Wie sollen wir Dolmetscher verstehen und verstanden werden, wenn keinerlei Grundlage in der Gebärdensprache besteht.
Leider wird, weil die Bildung immer noch Ländersache ist, der Anspruch der Kinder auf Gebärdensprache in der Frühförderung und im Unterricht, sprich unbehinderte Bildungsaufnahme, nicht ermöglicht. Pädagogen lernen in der Ausbildung mehr über Hörgeräte, Medizinisches, Hörstörungen und Technik, als über die Sprache, die diese Kinder dringend benötigen – die Gebärdensprache!
Noch immer ist es den Studenten der Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik freigestellt Gebärdensprache zu lernen, noch immer wird auch von Professoren eher abgeraten Gebärdensprache zu lernen. Den Studenten wird erzählt, die Gehörlosen würden sowieso aussterben, deshalb sei es völlig überflüssig und Zeitverschwendung diese Sprache zu erlernen. Dabei sind auch die technisch ausgefeiltesten Systeme nicht in der Lage eine Hörstörung zu völlig zu kompensieren oder gar zu heilen.
Gehörlose und schwerhörige Kinder fordern:
„Gebärde mit mir: – in der Frühförderung - im Kindergarten – in der Schule – in der Ausbildung, damit ich die Möglichkeit bekomme später Dolmetscher zu nutzen, einen mir und meinen Fähigkeiten entsprechenden Beruf zu wählen, um teilzuhaben an der Gesellschaft!“ Sie fordern: „Ergänzt oder ändert die Gesetze!“
Weitere Informationen auf den Seiten des Deutschen Gehörlosen-Bundes http://www.gehoerlosen-bund.de/tagdergehoerlosen2007/gebaerdemitmir.html