der neue Vorstand
Eltern diskutieren
Emotionen
Dr. Anja Dietzel
Dolmetscherin Marja Hummert
Dolmetscherin Esther Winking
Publikum
Eltern diskutieren
Immer wieder wurde während der Tagung betont, wie wichtig der Kontakt zwischen gehörlosen und hörenden Eltern ist und wie viel sich die Eltern gegenseitig stützen können.
Wie immer steht am Samstagmorgen den Eltern Zeit für persönliche Erfahrungsberichte zur Verfügung. Diese Zeit ist immer zu kurz, um die oft heftigen Berichte zum Druck auf Eltern in Richtung CI und teils auch Erpressungsversuche der Ärzte und anderer Institutionen zu verdauen und zu diskutieren. Der Bericht von Frau S. war dann auch so ergreifend, dass alle Mühe hatten die Tränen zurückzuhalten.
„Noch haben Sie die Möglichkeit für Ihr Kind zu entscheiden. Ich werde einen Bericht an Ihren Kinderarzt schreiben, damit sie ins CIC gehen und ihr Kind dort vorstellen. Nein, ein Rezept für Hörgeräte gibt es bei mir nicht! Ein CI wird Ihrem Kind helfen. Sie dürfen es ihm nicht vorenthalten…. „
Dies sind Aussagen von einem HNO-Arzt! Der Mutter wurde angeraten diesen Arzt bei der Ärztekammer zu melden!
Unglaublich wie Ärzte meinen mit Eltern umgehen zu können! Hier an dieser Stelle sei noch mal gesagt: Die CI-OP ist und bleibt eine Wahloperation! Kein Mensch kann Eltern zwingen ihr Kind implantieren zu lassen. Kein Arzt der Welt hat das Recht Eltern von gehörlosen Kindern etwas vorzuschreiben oder sie unter Druck zu setzen. Kein Arzt darf solche Drohungen wie, das Kind wegnehmen zu lassen, aussprechen. Ab jetzt werden Namen von Ärzten, die mit solchen Methoden arbeiten, auf der Seite von mir, Karin Kestner, veröffentlicht und konsequent an die die Ärztekammer gemeldet! Dann dürfen sich die Damen und Herren mit mir anlegen!
In den Pausen gab es Diskussionen und die Emotionen, die aus den Vorträgen getragen wurden, wurden erst einmal verarbeitet. Es gibt keinerlei Verständigungsschwierigkeiten zwischen engagierten hörenden und gehörlosen Eltern.
Um sexuelle Übergriffe zwischen hörgeschädigten Schülern vorzubeugen, ist es wichtig sich in (irgend)einer Sprache so früh wie möglich äußern zu können. Der überaus spannende und fundierte Vortrag von Dr. Anja Dietzel „Sexuelle Übergriffe hörgeschädigter Schüler verhindern?“ war für Eltern bedrückend, doch von hoher Bedeutung. Frau Dietzel ist Ansprechpartnerin für Schulen und Internate für Hörgeschädigte und steht für Opferarbeit, aber auch zur Prävention zur Verfügung. Hier finden Sie den Link auf die Seite von Anja Dietzel. Rufen Sie Frau Dietzel an, wenn Sie glauben, dass auch in Ihrer Schule Prävention wichtig ist oder Schüler gefährdet sind.
Die Kinderbetreuung verlief wieder reibungslos, auch wenn die Betreuerinnen diesmal wegen der großen Kinderschar richtig ins Schwitzen kamen. Ich glaube nächstes Jahr brauchen wir mehr freiwillige Helferinnen, um die wachsende Zahl der Kinder zu bespielen und zu beaufsichtigen. Deswegen ein großes Dankeschön an die Kinderbetreuung!
Die kontinuierlich größer werdende Mitgliederzahl und ständigen Besucherrekorde von Jahr zu Jahr zeigen den Stellenwert des Bundeselternverbandes gehörloser Kinder e.V.! Die Eltern gehen gestärkt nach Hause und sagen: „Es ist nicht genug einmal im Jahr eine Tagung durchzuführen, es müssen Taten folgen, die den Kindern helfen und die anderen Eltern weiter stärken.“ Es muss mehr Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden.
Im nächsten Jahr werden wir den Kindern berichten müssen, was wir getan haben, um ihre Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen.
Im Abschlussplenum forderte dann auch ein gehörloser Junge, die Kinder und Jugendlichen noch mehr zu Wort kommen zu lassen! Die Tagung war wieder für alle Anwesenden ein wertvolles Ereignis.
Die gesamte Tagung wurde mit Gebärdensprachdolmetschern begleitet. Marja Hummert, Esther Winking und Tom Temming haben sich ein großes Lob für diese anstrengende, aber sehr professionell durchgeführte Arbeit verdient.
Grußworte von Lothar Wachter, dem scheidenden Präsidenten, dem sehr viel Dank für die erfolgreiche Arbeit der letzten 6 Jahre gebührt:
„Die erfolgreiche Arbeit des Bundeselternverbandes gehörloser Kinder wird nun unter der neu gewählten Präsidentin Katja Belz fortgesetzt. Ich freue mich, dass damit eine jüngere Mutter einer gehörlosen Tochter die Führung des Bundeselternverbandes übernimmt. Ich wünsche ihr für diese Aufgabe viel Glück, Erfolg und die Unterstützung durch alle Mitglieder und Vorstandsmitglieder. Meiner vollen Unterstützung kann Katja Belz jedenfalls sicher sein.“
Sehen Sie hier einen Film der Tagung. Eigentlich wollten wir einen Text unter den Film legen und ihn untertiteln, doch die Bilder der Tagung, besonders die der Kinder sprechen für sich.
Sehen Sie wie glücklich und engagiert die gehörlosen Kinder in ihrer Sprache leben!