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Endlich Klarheit! Hervorragende Arbeit der Vorsitzenden des Bundesverbandes der Gebärdensprachdolmetscherinnen e.V.

„Dolmetscherleistungen im medizinischen Bereich endlich angemessen honoriert“, so könnte die Überschrift auch lauten.

Karin Kestner 09.11.2007

Seit Jahren gibt es Gesetze,

Krankenkassen sind aufgrund des § 17 Abs. 2 SGB I und § 19 Abs. 1 Satz 2 SGB X verpflichtet, die Kosten für Gebärdensprachdolmetscherinnen in den erforderlichen Fällen zu übernehmen. Unter Hinzuziehung das BGG und der dazugehörigen KHV kommt man bei der Berechnung des Honorars, auf das sich Dolmetscherinnen berufen, auf das Justizvergütungs- und –entschädigungsgesetz (JVEG) welches im §19 SGB X angewandt wird. Im §9 Abs. 3 JVEG wird das Honorar eines Dolmetschers mit einem Stundensatz von 55 Euro beziffert.

die es Gehörlosen erlauben, einen Dolmetscher oder eine Dolmetscherin ihrer Wahl auch zu Arztgesprächen und Krankenhausaufenthalten also im medizinischen Bereich zu bestellen, um Missverständnisse beim Gespräch zu vermeiden, Risiken zu verstehen und Folgetermine und Fehlbehandlungen zu vermeiden. Die Bezahlung wurde aufgrund einer Vereinbarung des BGSD mit den Spitzenverbänden der Krankenkasse auf 40 Euro/Std. runtergeregelt. Obwohl schon seit 2004 die Gesetze etwas anderes sagten, doch leider unklar formuliert. Der damalige Vorstand des Bundesverbandes der Gebärdensprachdolmetscherinnen kannte sich offensichtlich bei Abschluss der Vereinbarung nicht mit den Gesetzen aus.

Der neue Vorstand unter der Vorsitzenden Susanne Günther-Wick hat mit Hilfe einiger engagierter Dolmetscherinnen aus dem Verband für Klarheit gesorgt und mit Hilfe des Anwaltes, Leander Palleit aus Berlin, gelang es den Dschungel der Gesetze zu verstehen. Die alte Vereinbarung wurde gekündigt und die Krankenkassen seit 1.1.2007 mit der Tatsache konfrontiert, dass auch sie nach JVEG zu zahlen haben.

Der Kampf um angemessene Honorierung begann. Standhaft wehrten sich die meisten Krankenkassen gegen die nur zu berechtigten Forderungen der Dolmetscherinnen. Jede Krankenkasse argumentierte anders. Verschiedene Dolmetscherinnen wagten den Gang zum Sozialgericht, um Klarheit über die Honorare zu bekommen. Einige Dolmetscherinnen begleiteten die Gehörlosen wegen des Ärgers mit verschiedenen Krankenkassen nicht mehr zum Arzt, waren es leid Mahnungen zu schreiben, Aufklärungsversuche zu starten und sich endlosen Debatten mit den unterschiedlichsten Sachbearbeitern auszusetzen.

Der Ausschuss für Arbeit und Soziales kam den Gebärdensprachdolmetschern zu Hilfe. Der Ausschuss für Arbeit und Soziales stellte nun gestern klar, was der Gesetzgeber schon immer mit § 17 Abs. 2 SGB I meinte. „Silvia Schmidt, MdB: schreibt: Gebärdensprachdolmetscher erhalten zukünftig gleiches Honorar für gleiche Leistung!“ (Gesetz zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze“ BT-Drs. 16/6540)

Ist es doch von größter Bedeutung, gerade im medizinischen Bereich, qualifizierte Dolmetscher einzusetzen und sich nicht auf Billigkräfte und Dolmetscherinnen ohne Prüfung verlassen zu müssen. Qualifizierte Dolmetscher haben ein Recht auf angemessene Bezahlung – Gehörlose haben ein Recht auf qualifizierte Dolmetscherinnen. Wir GebärdensprachdolmetscherInnen sind so den Lautsprachdolmetschern endlich auch im finanziellen Bereich gleichgestellt. Die Sprache der Gehörlosen, die Gebärdensprache, wird in der Öffentlichkeit wieder ein Stück weit mehr Anerkennung finden.

 

 
 
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