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10 Jahre „777 Gebärden“ und Verlag Karin Kestner

Karin Kestner 20.02.2006

 

Gebärdenkurs

Wie alles begann

Auf dem Foto bin ich (3.v.l.) in meinem ersten Gebärdensprachkurs 1992 zu sehen. Links auf dem Foto meine Gebärdenkursleiterin Dagmar Ruppert, die mich als Talent entdeckte und förderte. Dieser Kurs sollte mein ganzes Leben verändern. Kurse gab es damals nur ganz wenige und meist auch nur LBG-Kurse. Ich aber wollte mehr und schneller lernen. Ich fand es schrecklich, die schönen fließenden Gebärden aus Büchern lernen zu müssen. So entwickelte ich 1996 die Idee eines Gebärdensprach-Lernprogramms mit Videos, um anderen hörenden Menschen das Erlernen von Gebärden am Computer zu ermöglichen.

 
777 Gebärden alt

Abb. 777 Gebärden alt

 

777 Gebärden neu

Abb. 777 Gebärden neu

 

Das erste Gebärdensprach-Lernprogramm!

Die erste CD-ROM „777 Gebärden“ erschien 1996. Es waren tatsächlich nur 777 Gebärden in kleinen schwarz weißen Videoclips darauf. Das Programm dafür schrieb mir mein Zwillingsbruder Manfred. Es war das erste Gebärdensprach-Lernprogramm für Windows-PCs in Deutschland. Jeder warnte mich, in so etwas nicht so viel Geld zu investieren, das würde doch keiner kaufen! Empörte Leserbriefe wurden gegen mich verfasst, „Nein, Gebärden kann man doch nicht am Computer lernen. Es ist doch die Sprache der Gehörlosen, nur in Kontakt mit ihnen könne man Gebärden lernen.“

Doch ich ließ mich nicht beirren, auch wenn ich tatsächlich nur einige wenige CD-ROMs der ersten Auflage verkaufte. Ich bat meinen Bruder die Videos zu optimieren, in Farbe zu machen, das Programm zu verbessern, ich wollte nicht aufgeben. Ende 1997 entstand die zweite Auflage der CD „777 Gebärden 1“ und bald darauf die zweite Folge „777 Gebärden 2“. 1998 erschien „777 Gebärden 3“ und sie wurden im „Taubenschlag“ von Bernd Rehling besprochen. Natürlich hat Bernd Rehling auch die aktuelle Version im Taubenschlag besprochen.

 

Für gehörlose Kinder!

Oft bekam ich Anrufe von Eltern gehörloser Kinder, die für ihre Kinder Gebärdensprache lernen wollten. Nach einem solchen Telefonat mit einer Mutter reifte in mir der Plan ein Lernprogramm direkt für die Kinder zu machen, eine CD, mit der Eltern und Kinder gemeinsam lernen konnten. Mir war bewusst, dass es nicht mehr ganz ohne Hilfe anderer ging und ich ging das Risiko einer weiteren Investition ohne jegliche Fördermittel ein. Nochmals fragte ich meinen Bruder um Hilfe und für die wunderschöne Gestaltung der CD-ROM fand ich die Illustratorin Gabriela Silveira. Ich wollte den paar Eltern helfen, die ihren Kindern mit Gebärdensprache das Leben erleichtern wollten. Endlich sollten die gehörlosen Kinder das bekommen, was sie brauchen – eine Basiskommunikation in Gebärdensprache. 1999 kam die Meldung: „Erstmals! Deutschsprachige gehörlose Kinder ab 3 Jahren lernen Gebärdensprache von CD-ROM mit Tommys Gebärdenwelt.“ Das liebevoll gestaltete Programm wird seitdem von vielen tausend Kindern erfolgreich genutzt, denn nicht nur gehörlose, sondern auch schwerhörige und lernbehinderte Kinder profitieren davon.

 

Zwei für eine gute Sache

Seit Erscheinen von Tommys Gebärdenwelt wurde der Verlag konsequent weiter ausgebaut. Es erschien das viel beachtete Buch „Diagnose hörgeschädigt“ von Olaf Fritsche und Karin Kestner, das Eltern über alle wichtigen Aspekte der Hörschädigung des Kindes informiert. Tommys Gebärdenwelt 2 und 3 folgten, wie auch die ersten und einzigen multimedialen Geschichten in Gebärdensprache in Deutschland „Manuel und Mira“ und „Händemeer“. Sechs Sachgeschichten vom WDR wurden als Novum in Deutschland von gehörlosen Darstellern mit Gebärdensprache ergänzt und als Video-DVD veröffentlicht. Damit bietet der Verlag heute mehr und mehr Titel an, die über das reine Erlernen der Gebärdensprache hinausgehen und Wissen vermitteln.

Die Programmentwicklung hat seit Jahren mein Mann übernommen, der voll hinter meinen Visionen steht und in seiner Freizeit Abend für Abend die Software entwickelt. Immer wieder müssen die Programme an die neuen Versionen von Windows angepasst und weiter entwickelt werden. Seit 2005 werden im Verlag auch Titel von Fremdautoren verlegt. Mit dem Buch „Das kleine Wörterbuch der Babyzeichen“ von Vivian König, nimmt der Verlag den großen Trend aus Amerika auf - Babysigning oder Babytalk, mit hörenden Babys mittels Gebärden zu kommunizieren, bevor sie sprechen lernen. Aktuelle Neuerscheinungen sind: Das Jugendbuch „Die Insel der sprechenden Hände“ von Anja Krummeck und „Zeig mir, was du schreiben kannst“ von Sabine Thust, ein Buch mit Bastelmaterial zum Schriftspracherwerb von Kindern. „Und jetzt…? Unser Kind ist gehörlos“, ein Buch mit DVD von Carla Vogel ist für Frühförderer und Berater von Eltern gehörloser Kinder eine Bereicherung in der Krisenbewältigung und der Entscheidungsfindung nach dem „richtigen Weg“. Der Verlag erweitert ständig sein breites Verlagsprogramm wichtiger Titel rund um die Gehörlosigkeit.

 

Die Vision wird Wirklichkeit

Nie frage ich mich, ob ich die hohen Investitionen je wieder hereinbringen kann, denn die Zielgruppe ist so klein. Aber ich möchte weiter die so wichtigen Materialien für Kinder herstellen und den Kindern eine Chance auf mehr Wissen geben. Meine Vision, Kindern durch Gebärdensprache Wissen zu vermitteln, wurde in den 10 letzten Jahren mit Erfolg umgesetzt. Mein Leitspruch ist: „Damit gehörlose Kinder lernen können, brauchen sie Gebärdensprache, damit hörende, sprachbehinderte Kinder kommunizieren können, brauchen sie Gebärdensprache.“

Das Jubiläumsangebot

Der Verlag Karin Kestner feiert zusammen mit seinen Kunden das 10-jährige Jubiläum. Vom 21. Februar bis zum 15. April bekommen Endabnehmer, die direkt beim Verlag Karin Kestner bestellen, einen Jubiläumsrabatt von 20 % auf folgende Produkte:

Jubiläums-Bestellungen nur direkt bei:

Verlag Karin Kestner

Hufgarten 4b

34302 Guxhagen

Tel.: 05665 31 67

Fax. 05665 35 56

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