Der Österreichische Gehörlosenbund (ÖGLB) macht eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit pro Gebärdensprache und für die Kultur der Gehörlosen. So viel öffentliche, politische Arbeit müsste eigentlich überall selbstverständlich sein, ist es aber leider nicht.
Der ÖGLB bildet eine echte Lobby der österreichischen Gehörlosen und ihrer Sprache Er steht in der Öffentlichkeit auf und engagiert sich. So gibt es z.B. eine Anlaufstelle für junge Eltern mit gehörlosen Kindern mit umfassender Beratung und Aufklärung und Mutter-Kind-Kursen, so kann eine Alternative zum CI-Weg aufzeigt werden. In Österreich gibt es mit dem ÖGLB im Rücken viele junge, politisch engagierte Gehörlose, die nicht in die Passivität - bald wird es sowieso nur noch CI-Träger geben - ihres "eigenen Dings" abgetaucht sind. Der ÖGLB macht auch für den gemeinen, hörenden Bürger verständliche Aufklärungsarbeit pro Gehörlosigkeit und Gebärdensprache und hat keine Angst, dass irgendwann vielleicht der Letzte das Licht ausmachen könnte.
Politische Arbeit muss von "oben nach unten" aufgebaut und vorgelebt werden. Der ÖGLB ist permanent aktiv, geht mit neuen Ideen an die Öffentlichkeit und tritt für seine Sache ein. Das hat Vorbildcharakter und motiviert. Die argumentativen Richtlinien können von den Landesverbänden, Pädagogen und allen Engagierten aufgegriffen und weiter verfolgt werden. "Von unten" kann sich keine konzertierte Kraft und Aktion entwickeln. Da wird jeder nur weiter sein eigenes kleines Süppchen köcheln - wenn überhaupt.
Der ÖGLB hat in Wien und Graz z. Zt. eine groß angelegte Videokampagne "pro Gebärdensprache" in den U-Bahn-Stationen der Stadt laufen. Eine hervorragende Idee für Öffentlichkeitsarbeit! Lesen Sie auf der Seite des ÖGLB und geben Sie links in das Suchfeld "Gebärdensprache in der U-Bahn" ein.
Einer öffentlichen Stellungnahme des Österreichischen Schwerhörigen-Bundes zur verfassungsrechtlichen Anerkennung der Gebärdensprache in Österreich und der Stellungnahme zum Cochlea Implantat mit Aussagen wie "Eine vorrangige und zwangsweise Nutzung der Gebärdensprache durch Cochlea-Implantierte Kinder würde langfristig die Sinnhaftigkeit der Implantation selbst sowie die notwendige Hörförderung in Frage stellen..." begegnet der ÖGLB dermaßen souverän, dass man nur lautlos applaudieren kann: "... Der Gehörlosenbund ist um eine gute Zusammenarbeit, Kooperation und ständigen Austausch mit anderen Behindertenorganisationen und -Interessenvertretungen bemüht. Errungenschaften einer Gruppe sind für alle ein Erfolg. Erfüllte Bedürfnisse einer Gruppe werden von uns nicht als Bedrohung wahrgenommen." Besser kann man solch einem absurden Theater nicht begegnen. Lesen Sie auf der Seite des ÖGLB und geben Sie links in das Suchfeld "Antwort des ÖGLB zur Stellungnahme des ÖSB" ein.
Jede Meldung auf der Internetseite des ÖGLB ist natürlich mit ÖGS-Videos auch in Gebärdensprache zugänglich. Zudem wurde ganz aktuell das Servicezentrum ÖGS.barrierefrei gegründet, das mit innovativer Technik die optimierte Kommunikation zwischen hörenden und gehörlosen Menschen zum Ziel hat. Bei uns bietet eine vergleichbare Dienstleistung das engagierte Gebärdenwerk in Hamburg.
Nur drei aktuelle Beispiele der Aktivität des ÖGLB.
Wir gratulieren!
Tiemo Hollmann und Karin Kestner