Schon am Eingang wird klar auf was sich die Schule und die Schulleitung konzentriert: Die Ohren, eben das "Defizit" bei Gehörlosen und Schwerhörigen.
An jeder Ecke wurden Gehörlose darauf aufmerksam gemacht was sie nicht können: Musik hören. Kapelle Nummer 1
Kapelle Nummer 2 - Musik - Musik - Zynismus pur!
Kapelle Nummer 3 - das gesamte Fest war auf das Hören ausgelegt!
und noch mehr Musik - Keyboard
Ein Aushang - wieder nur "Hören"
..ob da die Kinder Schlange standen?
...oder dort?
...es macht "piep", wenn man den Draht berührt...
Hörgeräte - Werbung
Hören!
Logopädinnen - sicher supernett - super engagiert - Hören und Sprechen...
So wurde für das Theaterstück, den Höhepunkt des Sommerfestes, geworben!
Plakate über Gebärdensprache oder Angebote zu Kursen konnte ich nicht finden - so gibt es davon auch keine Fotos! Zum Ende des Sommerfestes ging ein Pädagoge durch die Reihen. Er hatte ein Mikrofon und Lautsprecher und sprach hinein: "Kuchenschlussverkauf - jetzt zum Billigpreis, die letzte Chance sich günstigen Kuchen zu kaufen!" Leider bekamen das die Gehörlosen nicht mit!
Begebenheit am Rand, warum gerade ich immer auf diese Kinder treffe - Zufall? Ich stand neben einem Kind mit CI. und wir streichelten einen Hund. Ich sprach es an und fragte: "Gehst du hier auf die Schule?" Die Antwort: "Ich habe keinen Hund." Ich wiederholte mit anderen Worten: "Lernst du hier in der Schule?" Die Antwort: "Ich habe einen Vogel zu Hause." Und man kann mir glauben, ich artikuliere sehr deutlich. Da frage ich mich immer wieder, was bekommen diese Kinder im Unterricht mit, wie sollen sie komplizierte Inhalte verstehen, wenn solch einfache Fragen schon eine Überforderung darstellen.
Karin Kestner