Hallo Frau Kestner, solche Theateraufführungen finden auch in anderen Schulen statt. Was soll man denn dagegen tun? Vor 2 Jahren wurde in Friedberg das Theaterstück "Der Zauberer von Oz" gezeigt. Wir sind nach 5 Minuten raus gegangen. Scheinbar haben aber nur wir uns aufgeregt. Es scheint keinen zu interessieren. Was soll man gegen so viel Ignoranz von "ALLEN" machen? Gruss Marko Wagner (h) PS.: Diese Jahr sind wir gar nicht mehr zum Sommerfest hingegangen.
Sehr geehrter Herr Jacob, wie ich die Auszüge über BBZ Stegen von Karin Kestner las, finde ich Ihr Verhalten sehr arrogant und unverschämt. Warum müssen die Gehörlosen die Musik hören? Warum sagen die Plakate: "Hört, hört, hört ...." ich habe einen Eindruck, dass Sie keine hohe Bildung über die Deaf-Historie verfügen, hätten Sie eher keine Leitung verdient. Bitte verlassen Sie diese Schule sofort, wenn Sie keine Gebärdensprache mögen. MfG D.H.
Hi Karin, das hast du megagut gemacht! Toll, dass du diese Diskriminierung derart aufdeckst!!!! Vor ein paar Tagen hatte ich bereis dieses "Hör! Hör! Hör!- Plakat" gesehen und ich war stinksauer! Was wollen die eigentlich? Sich die ewige Macht über die kommunikativ Benachteiligten sichern! Immer Recht haben auf Kosten Hörgeschädigter? Dieses Rundumhörgesabber - das indoktriniert den Kindern doch bloß, dass sie minderwertige Menschen zweiter Klasse sind! Das treibt sie in die Überforderung und in das Gefühl, dass sie sich noch nicht genügend angestrengt haben! Kappieren die dort nichts? 1. Viele CIs klappen nicht so. Wenn ein CI sehr gut klappt (kenne 1 gl geborenes Kind), dann kann es trotz normaler Sprachentwicklung bei Störschall nichts verstehen und bei einem Megaphon schon gleich gar nicht! 2. Ja, ich brauche auch digitale statt analoge Hörgeräte, erstere sind besser - aber es bleiben unendlich Beeinträchtigungen, mit denen man sehr gut leben kann, wenn einem nicht gerade diskriminierende Oralisten über den Weg laufen!!!! Sag mal, denken die dort wirklich, dass man mit Hör(über)förderung aus Hörgeschädigten normal Hörende machen kann? - Dann sollten sie mal den Lern-, Leistungs- und Bildungsstand ihrer Schulabgänger besser evaluieren! Super, dass du das Schavan und Co geschickt hast! Aber warum nicht auch Edelgard Bulmahn auf Bundesebene und den bilingual ausgerichteten Universitäten Hamburg und Berlin????? -
Hallo Karin Kestner, mit Bestürzung und Anteilnahme las ich Ihren Artikel .. Ich höre da sehr viele Parallelen heraus, die ich als stark Hörgeschädigte auch erlebt habe. Am 03. Juli 2004 fand ein Jubiläum meiner ehemaligen Schule statt. Und zwar wurde die Wilhelm-Hubert-Cüppers Schule 125 Jahre alt. Eigentlich ein stolzes Alter............... Aber was ich da erlebt habe, grenzt eigentlich an Unverschämtheit. Ansagen wurden oral vorgenommen, Musik- und Tanzstücke vorgetragen, alles ganz nett. Nur was haben wir davon? Nur was fürs Auge, das wars. In diesen Fällen ging es doch darum die Musik zu verstehen, um den Tanz zu begreifen. Das können aber nur Hörende. Sogar ein Theaterstück am ganz anderen Ende der Schule, deren Ort erst mal finden musste, wurde nur mit der oralen Sprache dargestellt. Eigentlich gegen die Natur der Gehörlosen. Ich musste auch feststellen, dass sehr viele Kinder dabei waren, die schon ein Cochlear Implant eingesetzt bekamen. Alles in allem ein enttäuschendes Sommerfest. Was mich am meisten enttäuscht hatte, dass von meiner Realschulklasse (die in den früheren Jahren stets den Abstand zu der Gehörlosen-Schule gesucht haben, eben weil sie besser mit der Kommunikation gesegnet waren) niemand da war............... Vielleicht war es doch besser, dass von denen niemand kam. Es war so schon peinlich genug. Das wollte und musste ich loswerden. Das Sommerfest war kein Sommerfest, sondern ein Dummerfest. Liebe Grüße
Sehr geehrter Herr Direktor Jacobs, könnten Sie mir bei meiner Sammlung an Diskriminierungen noch ein klein wenig behilflich sein, indem Sie mit den Rollstuhlfahrern einen Laufwettbewerb und in der Blindenschule noch einen Malwettbewerb veranstalten ? Das Sommerfest in Stegen sollten Sie unbedingt wiederholen, sobald das Antidiskriminierungsgesetz in Kraft getreten ist. Sonst haben wir ja keine Chance auf einen Direktor, dem es nicht nur ums Hören, sondern vor allem um das VERSTEHEN geht. Schließlich ist Verstehen der Schlüssel zur Bildung, und nicht das Hören - wenigstens wissen Sie jetzt, warum das Deutsch in den Schulaufgaben und Stegreifaufgaben so miserabel ist. Mit freundlichen Grüßen, Bernd Schneider Vater eines gehörlosen Sohnes
Erinnert mich übrigens sehr stark an das Sommerfest in der Gehörlosenschule in München: Herr Direktor Gottschalk nimmt das Mikrofon und spricht Grußworte - natürlich ohne Gebärden und ohne Dolmetscher. Aber das ist eigentlich jedes Jahr so - nur gut, dass er jetzt in den Ruhestand geschickt wurde ... Herzliche Grüße,
Die Musik...., das habe ich auch gedacht. Auch das Plakat zum Sommerfest: Hört ! Hört! Hört! - als Überschrift - warum kann man da nicht z. B. Seht! Seht! Seht! schreiben. Oder das tolle Plakat mit der Maus: Hören macht Freu(n)de! Als hätte man ohne hören keine Freunde -freude. (am Stand in der Aula von der Grundschule) -eine Mutter
es ist so schade und traurig, wie man über die Gehörlosen hinwegtrampelt.
Sehr geehrte Frau Kestner, ich bin zutiefst betroffen von Ihrem Bericht über das Sommerfest in Stegen. Das ist einer der größten Skandale seit dem "unsere" Gebärdensprache offiziell im Gesetzt als Sprache anerkannt wurde. Ich schreibe "unsere" Gebärdensprache, weil ich durch meine gehörlose Schwester mit der Gebärdensprache aufgewachsen bin. Heute bin ich Gebärdensprachdolmetscherin. Ist das nicht schon Verstoß gegen das Gesetzt, in dem Herr Hartmut Jacobs den Hörgeschädigten ihre Sprache verweigert???? Das ist ein riesiger Skandal und ich hoffe, dass die Kultusministerin Annette Schavan und der Behindertenbeauftragte Herr K.-H.Haack sich diesem Skandal annehmen und mit aller Härte dagegen vorgehen. Dieser Mann hat in einer Hörgeschädigten Schule nichts verloren. Er muss von seinem Amt abgesetzt werden!!! Und das hätte schon 2001 passieren MÜSSEN!!!! Nachdem was er in dem Brief im August 2001 an eine Casting -Firma in Köln schrieb. Er hat unzähligen Kindern in den letzten Jahren geschadet! Und er wird es weiter tun, wenn er nicht aus seinem Amt entlassen wird. Da dreht sich mir echt der Magen um!!!!!! Auch wie Sie die Kommunikation mit einem CI versorgtem Kind beschreiben, ist erschütternd und bestätigt leider auch meine Erfahrung im Umgang mit CI versorgten Kindern und Jugendlichen. Ich hoffe sehr, dass sich schnell etwas ändert. Und verbleibe mit freundlichen, herzlichen Grüßen, Jutta Beele,
ich kriege Gänsehaut als ich das las unfassbar! Ich muss immer wieder kopfschütteln.
Auszug an einen Brief an Herrn Jacobs:
Ich kommuniziere mit meinem Sohn (21 Monate) in Gebärdensprache, mein Mann auch. Wir haben festgestellt, dass mein Sohn schon 15 bis 20 Wörter kann. Die Fachlehrerin, die mit meinem Sohn die Frühförderung macht, hat festgestellt, dass mein Sohn altersgemäß schon weiter entwickelt ist als bei den hörenden Kindern. Meine Eltern, die selbst hörend sind, haben gemerkt, dass mein Sohn (also ihr Enkelkind) schon viel weiter als ich damals ist. Sie wollen jetzt auch Gebärden lernen, was sie damals bei mir nicht benutzt haben. Meine Eltern haben gemerkt, wie wichtig ist, mit einem Kind kommunizieren zu können. Meine Eltern sind sehr stolz, wenn sie mit ihrem Enkelkind reden können und verständigen können. Die damalige Zeit mit der oralen Erziehung hat gezeigt, dass viele Gehörlosen in der Entwicklung schlechter sind als bei den Kindern in der heutigen Zeit, wenn die Kinder in der heutigen Zeit mit der besseren Kommunikation durch die Gebärdensprache erzogen werden.
....In Washington in der Gallaudet-Universität nur für Gehörlose können die Hörgeschädigte studieren und nur durch die Gebärdensprache klappt es sehr gut mit dem Studium und viele wurden Ärzte, Rechtsanwälte, Professoren, usw. Sie sind in der Bildung schon viel weiter als S i e !!!!!!! Das sowieso!!! ..... Sigrid Lißeck
Liebe Karin, Es geht auch anders ... In Bremen hat die Schule gerade Richtfest für den Um- und Anbau gefeiert. Natürlich wurden die Reden der Zimmerleute gedolmetscht. Auch die Ansprachen im Anschluss (von Rektor bis Schulbehörde) wurden von einem Gebärdensprachdolmetscher begleitet.
Und das Programm danach: Da gab es zwar auch Musik, aber die war nachgeordnet. Es ging in erster Linie um die dazugehörigen Beiträge der SchülerInnen. Die Trommeln waren so laut, dass man sie bis in den letzten Knochen spürte. Und die Tanz-AG (auf Wunsch von SchülerInnen entstanden) kann zwar auch ohne Musik, aber sie stört ja nicht. Dafür gab es aber einen Beitrag mit Musik und Gebärden in ASL aus einem amerikanischen Projekt. Gruß Ronald Ilenborg
Sehr geehrter Herr Direktor Jacobs, es ist schon unglaublich zu erfahren, was Sie betreffs dem Sommerfest veranstaltet haben. Das Plakat mit dem Motto "Hört, Hört, Hört" sagt schon viel aus. Dazu keinen Dolmetscher und keine Gebärden. Lassen Sie mich etwas sagen, denn es betrifft mich als gehörloser Mensch auch. Es ist von Ihrer Seite sicher nicht beabsichtigt, dass Sie die Gehörlosengemeinschaft diskriminieren wollen, aber es trifft jedoch zu. Weil es den Jugendlichen schon vermittelt worden ist, dass sie in Zukunft ohne Dolmetscher auskommen müssten. Das ist schon unverständlich, nicht sogar unbegreiflich, warum es an der Lebensrealität vorbeigegangen sein soll. Eigentlich sollten Sie darüber nachdenken, bevor Sie die Gehörlosengemeinschaft diskriminieren würden. Mit freundlichen Grüssen Helmut Vogel voghel@web.de
Sehr geehrte Frau Kultusministerin Schavan, ich habe den Bericht von Frau Kestner über das Sommerfest an der Schule für Gehörlose und Schwerhörige mit Schaudern gelesen. Die Mailanschrift von Ihnen ist dort auch angegeben, so dass ich gerne ein Wort an Ihnen zu richten habe, bestimmt haben Sie schon vieles bekommen. Lassen Sie mich jedoch gerne erklären, warum es so nicht passieren darf. Das kenne ich aus eigener Erfahrung als gehörloser Mensch an manchen Orten, wo es nur lautsprachlich zugegangen ist. Es ist eine unglaubliche Arroganz, wie es mit den Betroffenen, die dem Geschehen nicht folgen konnten, umgegangen ist. Es tut nicht gut für den sozialen Frieden zwischen Hörgeschädigten und Guthörenden Menschen. Solche Pädagogen treiben ein Keil dazwischen, anstatt für Integration zwischen beiden Seiten einzutreten. Das darf in unserem Land nicht geschehen. Mit freundlichen Grüssen Helmut Vogel Magister-Erziehungswissenschaftler voghel@web.de
Sehr geehrte Frau Schavan, im Internet wird rege wegen des Sommerfestes und des Unterrichtes an der oben genannten Schule diskutiert. Festzuhalten bleibt jedoch, dass bei einigen Programmteilen des Sommerfestes, insbesondere der Begrüßung durch den Schuldirektor und bei einem Theaterstück kein Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung stand. Es stand auch keine Höranlage für schwerhörige Schüler zur Verfügung.
Oben genannte Schule hat wie alle Schulen die Aufgabe, Ihre Schüler möglichst gut auszubilden und in Zusammenarbeit mit den Eltern Werte zu vermitteln. Bei einer Schule für Hörgeschädigte muss auf die Hörschädigung besondere Rücksicht genommen werden. Die meisten Schüler dieser Schulen sind sogar stark schwerhörig oder gehörlos, da nur leicht hörbeeinträchtigte Kinder und Jugendlichen Regelschulen besuchen können. Mit einer starken Schwerhörigkeit ist es einfach unmöglich, allein mit einem Hörgerät eine Person über mehrere Meter hinweg zu verstehen. Es muss stets zusätzliche Technik wie z.B. eine FM-Anlage oder Ringschleife eingesetzt werden. Für gehörlose Schüler ist ein Gebärdensprachdolmetscher unverzichtbar. Ich würde doch erwarten, dass eine Schule für Hörgeschädigte grundsätzlich und prinzipiell auf die Schüler Rücksicht genommen wird, und es ALLEN Schülern ermöglicht wird, JEDE einzelne Schulveranstaltungen verstehen zu können. Alles andere ist diskriminierend, weil man als Schuler von einzelnen Veranstaltungen ausgeschlossen wird.
Ich selbst bin auch sehr stark schwerhörig und ich fühle mich bevormundet, wenn ich mich beispielsweise auf einem Schulfest nicht frei entscheiden kann, welche Veranstaltung ich besuchen möchte. Ich fühle mich ausgeschlossen, weil man mich offensichtlich bei bestimmten Veranstaltungen nicht dabei haben möchte.
In Stegen ist es allerdings Gang und Gäbe, dass bei bestimmten Schulveranstaltungen keine Rücksicht auf stark hörbehinderte Schüler genommen wird. Die Schulleitung ist sich jedenfalls keine Schuld bewußt und ist in dem Irrglaube, dass es nicht nötig sei, alle Schüler bei bestimmten Veranstaltungen partizipiereren zu lassen. Hörbehinderte Schüler lernen in Stegen, dass es völlig normal ist, dass sie etwas nicht verstehen. Man bringt den Schülern nicht bei, wie man höflich und bestimmt auf die Bedürfnisse eines Hörbehinderten aufmerksam macht. Diese fehlende Vorbereitung ist für das spätere Berufsleben völlig fatal. Die ehemaligen Schüler aus Stegen machen nicht auf sich aufmerksam, wenn sie etwas nicht verstehen. Man kann sich nicht auf sie verlassen, weil man nie weiß, ob sie nun richtig verstanden haben oder nicht.
Ich war selbst mit meiner starken Hörbehinderung auf einer Regelschule. Ich habe ganz offensichtlich sehr viel mehr an der Regelschule verstanden als so mancher Schüler in Stegen. Bei mir wurde die nötige Technik stets eingesetzt und auch von den Lehrkräften akzeptiert. Es kann doch nicht angehen, dass auf Regelschulen mehr auf spezielle Bedürfnisse Rücksicht genommen wird als auf einer Sonderschule.
Da die Schulleitung, wie aus der Internetdiskussion abzuleiten ist, diese Problematik nicht erkennt, hoffe ich darauf, dass Sie sich vergewissern, dass das Schulklima in Schulen für Hörgeschädigte so gestaltet wird, dass jeder Schüler auch eine reelle Chance bekommt zu verstehen und zwar bei allen Schulveranstaltungen.
Mit freundlichen Grüßen
Andrea Heiker
Weiteres folgt!