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Gebärdensprache - LOGO ?

an das ZDF LOGO Team

von Karin Kestner 04.05.2003

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Freude habe ich letzte Woche auf der Internet-Seite www.taubenschlag.de gelesen, dass Sie eine Sendung für Kinder über Gebärdensprache senden wollen. Ein so wichtiges Thema gerade auch für Eltern von gehörlosen Kindern, die sich in ihrem Streben nach mehr Gebärdensprache für ihre gehörlosen Kinder von Ihnen unterstützt sehen konnten. Es wird diesen Kindern ja in der Medienlandschaft nichts geboten.

Ich habe mir die Sendung auch angeschaut und war entsetzt.

Frau P.K. war in ihrer Übersetzung leider nicht nur mangelhaft im Inhalt, sondern auch in der Form.

Beispiel: Der Moderator sagt: "Die Dolmetscherin übersetzt ganz toll" Aber eigentlich verstehe ich es ja gar nicht."

Frau K. übersetzt: "Ich gebärde ganz toll, aber ich verstehe es nicht."

Dies nur als kleines Beispiel dafür, dass man eben schon gewisse Erfahrung und Kompetenz mitbringen muss, um adäquat im Fernsehen zu dolmetschen. Wie kommt es denn bei den Kindern an, (wenn sie überhaupt das Kauderwelsch zwischen LBG und DGS verstanden haben) wenn eine Dolmetscherin nicht dolmetscht, was gesagt wird, sondern einfach mehrfach etwas dazu tut oder weglässt oder es verfälscht. Die Kinder konnten diesem Satz entnehmen, dass die Dolmetscherin meint, sie könne zwar gut dolmetschen, aber sie ja eigentlich gar nicht versteht, was gesagt wird... Im übrigen ist LBG keine Sprache, sondern nur ein optisches Hilfsmittel zum Sichtbarmachen der Deutschen Lautsprache. Wie kann eine "Dolmetscherin" solchen Unsinn in die Welt setzen? Die Erklärung (selbst für Kinder eine Zumutung) was denn die DGS ist: Sie sagt: man gebärdet mehr, aber der Mund bleibt zu. Solch ein Quatsch als Erklärung für eine Sprache, die linguistisch erforscht ist, ist mir noch nicht untergekommen. Seit Jahren versuchen wir Gebärdensprachdolmetscherinnen und der Deutsche Gehörlosen Bund die Öffentlichkeit davon in Kenntnis zu setzen, dass es die Deutsche Gebärdensprache gibt, die eine vollwertige Sprache ist!! und die LBG nur ein Hilfsmittel, aber keine Sprache. Nun werde ich wieder (ich mache seit Jahren Öffentlichkeitsarbeit in der Richtung), 100te von Fragen von verwirrten Eltern in dieser Richtung beantworten müssen. Ich kann nur hoffen, dass Frau K. nicht wirklich Unterricht in DIESER Gebärden(sprache) gibt, wie von Ihnen mit Pfeil auf sie (sie sei Lehrerin) behauptet wird. Es wäre eine Katastrophe. Ich darf Ihnen einige Adressen geben, an die Sie sich vielleicht bei weiteren Versuchen der Öffentlichkeit etwas über Gebärdensprache beizubringen, wenden mögen:

Deutscher Gehörlosen Bund

Bundesgeschäftsstelle

Hasseer Straße 47

24113 Kiel

EMail: info@gehoerlosen-bund.de

 

Bundesverband der GebärdensprachdolmetscherInnen Deutschlands e. V. (BGSD)

Ebersbrunnerstr. 25

08064 Zwickau

Ansprechpartner: Stephan Pöhler

Internet: Bundesverband der Gebärdensprachdolmetscherinnen

Sie werden Ihnen kompetente Dolmetscher und Interviewpartner, die wissen über was sie sprechen, nennen können! Im übrigen ist Dolmetschen strikt von Gesprächen, wie Sie es mit Frau K. zwischendurch geführt haben, zu trennen. Es kann nur zu großen Missverständnissen führen, wie Sie eindrucksvoll bewiesen haben.

Mit der großen Hoffnung, dass es ein nächstes Mal für Kinder geben wird...

und trotzdem freundlichen Grüßen (weil die Idee wunderbar war)

Karin Kestner (staatlich geprüfte Dolmetscherin)

www.kestner.de

www.gebaerdensprachdolmetscher.de

www.gehoerlose-kinder.de

 

 
 
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