Die Situation von Frauen in islamisch regierten Ländern stößt seit einiger Zeit bei Teilen der westlichen Öffentlichkeit auf etwas mehr Interesse als lange Zeit vorher. Sie musste im Fall Afghanistans als eine der Begründungen für den us-amerikanischen Krieg gegen das Land herhalten und spielte dann bei der maßgeblich von den usa und der brd mitbestimmten Besetzung der Regierungsämter erwartungsgemäß keine Rolle mehr. Und das nicht etwa, weil sich die Lebensbedingungen für Frauen gravierend verbessert hätten … Die im Iran geborene Mehrnousch Musawi hat eine Ausstellung mit eindrücklichen, jeweils von kurzen Texten begleiteten Bildern von Frauen in Afghanistan, Irak und Iran zusammengestellt. Sie thematisieren Gewalt gegen Frauen und Mädchen, aber auch Widerstand und gemeinsame Aktionen gegen diese Gewalt. Die Ausstellung will der Wahrnehmung der Frauenbewegung in islamisch regierten Ländern dienen und die universelle Geltung von Frauenrechten betonen.
Mehrnousch Musawi ist seit 24 Jahren politisch aktiv. Sie engagiert sich im "Komitee für Frauenrechte im Mittleren und Nahen Osten”, das aus Iranerinnen, Irakerinnen, Afghaninnen, Jordanierinnen und Libanesinnen besteht, und ist eine der Organisatorinnen des "Internationalen Komitees gegen Steinigung”. Sie hat Jahre lang Frauen und Kinder in kurdischen Kriegsgebieten unterstützt und war dort Opfer eines Giftgasangriffs. Seit 14 Jahren lebt Frau Musawi in der brd und hat Frauenflüchtlingsberatungsstellen in Mannheim und Frankfurt mit aufgebaut.
Die Ausstellung wird am Sonntag, den 19. Januar 2003 um 11.00 Uhr im Kasseler FrauenLesbenZentrum (Goethestraße 44/Eingang Reginastraße) mit einem Frühstück eröffnet. In einem darauf folgenden Vortrag wird sich Frau Musawi vor allem mit der Rolle der Unterdrückung von Frauen in islamischen Ländern (Stichworte: Todesstrafe und Steinigung, Rechtlosigkeit, Geschlechter-Apartheid, Zwangsverschleierung, Verehelichung von Kindern etc.), der Forderung nach Trennung von Staat und Religion (Säkularisierung) und dem Verhältnis islamischer Staaten zum Westen befassen. Im Anschluss an den Vortrag ist eine Diskussion geplant. Frauen, die eine Übersetzung in Gebärdensprache benötigen, melden sich bitte bis 17.1. per Fax unter der Nummer 0561-771 445 oder per e-mail an doro_willerding@hotmail.com.
Ein Teil des Eintrittsgeldes für das Frühstück ist für das "Internationale Komitee gegen Steinigung” bestimmt.
Die Ausstellung ist bis Ende Januar (mit eventueller Verlängerung bis Mitte Februar) zu sehen. Öffnungszeiten: 20. bis 25.1.: 18-20 Uhr, 26.1.: 11-15 Uhr (mit Gelegenheit zum Frühstücken: bitte Beiträge zum Frühstück mitbringen!), 27. bis 31.1.: 18-20 Uhr.