Willkommen fühlte sich jeder der, am 14.09.2002 nach Bad Arolsen zur 10 Jahresfeier und zum 7.
Symposium der Tinnitusklinik Bad Arolsen, gekommen war
Die Arolser Tinnitusklinik hat mit dem inhaltlichen Schwerpunkt "Tinnitusbehandlung begonnen. Aus der 8 Betten-Klinik hat sich ein Kompetenzzentrum mit 105 Betten entwickelt. Nicht nur der Tinnitus, der Tausende plagt, wird hier mit erfolgreichen Methoden behandelt, (Wunder werden aber nicht versprochen) sondern auch Gleichgewichtsstörungen, insbesondere Morbus Meniére und der Hyperakusis.
Der leitende Arzt der Klinik Dr. Gerhard Hesse und der Bürgermeister von Bad Arolsen Herr Schaller begrüßten die Besucher in der Twistesee-Halle in Wetterburg.
Viele Besucher, ehemalige Patienten und Interessierte aus ganz Deutschland kamen, um die Vorträge
zu den Themengebieten der Klink zu hören. Prof. Laubert sprach über die integrativen
Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Krankheiten und Dr. Nelting zum Hyperakusis. Dr. Schaaf
sprach zum Thema Gleichgewicht und Schwindel.
Für mich am stärksten in Erinnerung blieb der Vortrag von Dipl. Psych. H. Pöllman, (Sohn
gehörloser Eltern (Bildmitte) der sagte, dass es doch nicht sein dürfe, das Psychologen einen
Dolmetscher bestellen müssten, um sich mit ihren gehörlosen Patienten unterhalten zu können. Das
kann ich, obwohl ich Dolmetscherin bin, nur unterstreichen!
Mehr als die Hälfte des Personals lernt Gebärdensprache, sie sehen es als ständige Weiterbildung. Die Klinik möchte sich verstärkt auch gehörlosen Patienten, die oft von Tinnitus oder auch Morbus Meniére betroffen sind, empfehlen.
Stehend am Pult sehen Sie Dr. Nelting, auch leitender Arzt der Klink.
Das Abendprogramm war für Augen und Ohren gedacht. Michael Helbig zeigte eindruckvoll wie
Gehörlose auch ohne Worte eine Geschichte erzählen können und Hörende sie auch ohne Kenntnisse in
der Gebärdensprache verstehen können. (links)
Jonglieren ist eine Kunst, für Hörende und Gehörlose gleichermaßen interessant. Es gab viel
Beifall für das Programm.
Für gehörlose Menschen und die gehörlose Sozialarbeiterin Sabine Helbig, die seit ca. einem Jahr
in der Klink arbeitet, waren mein Kollege Waldemar und ich als DolmetscherInnen bestellt. Zu vielen
Vorträgen gab es optische Hilfen, Höranlagen waren für Schwerhörige installiert - eine barrierefreie
Veranstaltung für alle Besucher.
Mein Fazit: In dieser Klink sind Patienten noch Menschen und werden auch so behandelt, ganzheitlich und unter Berücksichtigung der kommunikativen Fähigkeiten.
Herzlichen Glückwunsch dem Team der Klinik zum 10-jährigen Bestehen. Hier die Internetadresse: www.tinnitus-klinik.de
Karin Kestner