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Leserbrief zum Artikel "Keine Gehörlosen mehr" im Volksblatt Würzburg

Karin Kestner  20.02.2001

 

Keine Gehörlosen mehr?

Hörscreening für Babys und Kleinkinder flächendeckend einzuführen, den Krankenhäusern die dafür nötigen Geräte zu schenken, ist sicher eine lobenswerte Sache.

Das Ganze aber unter dem Titel laufen zu lassen: "Keine Gehörlosen mehr" ist mehr als beleidigend gegenüber den vielen gehörlosen Mitmenschen in Deutschland. Da kann man sich ja tatsächlich die Frage stellen, sind Gehörlose so unerwünscht und belästigend, dass man sie abschaffen muss? Da erinnere ich mich an die unrühmliche Geschichte Deutschlands...

Das Hörscreening ermöglicht die Diagnose, aber nicht ein beenden der Taubheit und lässt schon überhaupt nicht den Schluss "keine Gehörlosen mehr" zu. Viele Kinder können trotz Hörgeräten und neuster Technik nicht hören, auch nicht mit dem viel beschriebenen Cochlear Implantat.

Gebärdensprache kann aber für Gehörlose der Weg zu Bildung und Wissen bedeuten. Gehörlose haben in unserem Land Anspruch auf Gleichberechtigung. Vielleicht könnte das mal jemand dem Lions Club erklären, obwohl man ja eigentlich davon ausgehen müsste, dass ein "Club" mit mehrheitlich Ärzten als Mitgliedern, dieses wissen müsste.

Karin Kestner www.gehoerlose-kinder.de

 
 
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