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Leserbrief auf den Artikel "Hören mit Cochlear implantat" aus der Mainpost

Karin Kestner 05.05.2001

 

Wie lange sollen Eltern von gehörlosen Kindern noch für dumm verkauft werden?

Immer und immer wieder kann jeder in der Zeitung lesen, wie schrecklich es ist gehörlos zu sein. Hilfe wird von Ärzten durch moderne Technik dem Cochlear Implantat vorgegaukelt.

Wie viele Kinder nach der Operation nicht hören, nicht laut sprechen gelernt haben, bei wie vielen Kindern die Operation bleibende Schäden in Psyche und Körper verursacht hat wird nie erwähnt. Kliniken und deren Ärzte machen Werbung in nie gekanntem Ausmaß. Täglich wird verzweifelten Eltern erzählt wie isoliert gehörlose Kinder in unserer Gesellschaft leben, wie schlimm es für die gesamte Familie sein kann ein gehörloses Kind in der Mitte zu haben.

Haben sie schon mal Gehörlose gesehen, ihr Lachen, ihre wunderschöne Gebärdensprache, die fast alle Hörenden fasziniert stehen bleiben und schauen lässt? Sie arbeiten in allen Berufen, haben Familien, sind glücklich und überhaupt nicht isoliert. Ärzte wollen verkaufen. Ärzte arbeiten in Kliniken die Gerätschaften auslasten, schwarze Zahlen schreiben müssen, wollen sie nicht wegrationalisiert werden. Sie machen Werbung für ein zweifelhaftes Glück, das "Glück" mit Cochlear Implantat zu hören, um Geld damit zu verdienen.

Gehörlose Kinder brauchen kein CI, sie brauchen Eltern, die die Gehörlosigkeit ihres Kindes annehmen, die ihr Kind fördern und ihrem Kind ohne OP, ohne Risiko, ein glückliches Leben mit Gebärdensprache ermöglichen.

Wie lange dürfen Ärzte Werbung machen, mehr als zweifelhafte Versprechungen in Zeitungen wie dieser veröffentlichen. Wie lange dürfen sie verzweifelte Eltern für dumm verkaufen und vor ihren Karren spannen? Wie lange darf irreführende Werbung als Information verkauft werden? Wie lange sollen gehörlose Kinder als Versuchskaninchen missbraucht werden, um anderen die Töpfe zu füllen.

 

Karin Kestner

 
 
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