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Stella fehlt auch nichts!

Susan Huck 08.10.2001

Hallo Frau Kestner,

mein Name ist Susan Huck aus Oberursel und las gerade Ihren Artikel von Stella Latein. Mein Mann ist mit Jonas Latein zur Schule gegangen und gut befreundet. Ich erfuhr erst vor ein paar Tagen, dass sein süßes Mädchen nicht hören kann. Meine Tochter ist jetzt fast 9 Monate, ihr fehlt nichts und deshalb bin ich so ergriffen von den Vorgängen. In unserer chaotischen Welt fragt man sich manchmal - was ist normal und was nicht. Ich schrieb meiner Tochter fehlt nichts, und ich glaube Stella fehlt auch nichts. Ich empfinde das deshalb so, weil ich denke sie wurde so geboren und Gott hat sich sicher was dabei gedacht Menschen ohne Gehör auf die Welt zu schicken. Für die meisten Menschen ist nur das normal was nicht von der Norm abweicht. Das ist sehr schade, weil diese meist nicht wissen, dass für gehörlose Menschen die Gebärdensprache sicherlich so normal ist wie für uns zu sprechen. Ich finde die Intoleranz der heutigen Zeit unerträglich, für alle Dinge die etwas aus dem Rahmen fallen. Deshalb finde ich auch Joanas Berichte so bewundernswert die Dinge so zu nehmen wie sie sind. Wenn man selbst nicht betroffen ist lässt sich so was sehr leicht dahin schreiben, aber ich bewundere alle Mütter u. Väter sehr, die nicht gleich ihre Kinder in den OP-Saal fahren lassen und ihnen irgendwelche Prozeduren antun, welche eigentlich unsicher sind. Ich glaube gehörlose Kinder können ganz sicher auch eine super glückliche Kindheit und späteres Leben haben, wenn man sie lässt. Man sollte vielleicht seinen Horizont erweitern und lernen mit Menschen zu kommunizieren, welche nicht hören u. sprechen können. In diesem Sinn -

alles Gute Susan Huck

 
 
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